Ueber die Frirdensurikechaildluiigeir zu London. 257
'Maligen Lord von Bolmgbroke, ausnehmend wich-tig. Diese beyden großen Staatsbedienten hatten denHerrn Swift gewissermaßen zu ihrem Leiter angenommen.Man kann mit Grunde behaupten, er sey eine Zeitlangdie Seele des geheimen Raths der Königinn Anna gewe-sen. Woher also der Widerspruch der zwey Geschicht-schreiber, die zugleich Staatsmänner gewesen, und wel-che znm Theil die Geschäfte und Unterhandlungen gefüh-rt, zum Theil solche geleitet haben? — Keiner konntesich von derPartheylichkeit für sein Vaterland vollkom-men frey machen. Jeder trachtete die Ehre seiner Nation zuerheben, und diejenigen Umstände zu übergehen, welche die-selbe auch nur im mindesten verkleinern konnten. Torcy,den nunmehr das Glück und die Umstände bey den Un-terhandlungen begünstigten; der ein Augen- und Ohren-zeuge war, wie der Ruhm seines KönigS, die Ehre sei-ner Nation und seine eigene persönliche empfindlich leidensollte, wollte keine Gelegenheit vernachläßigen solche wie-der zu erhöhen. Swift wollte die Klugheit und dieRedlichkeit der Gesinnungen seines vertrauten Freundes,des Graf von Oxford, und der übrigen Toryschen Mi-nisters, und damit auch seine eigene bey seinen Zeitge-nossen und der Nachwelt rechtfertigen. Unstreitig Hatauch seine Feder bey der Nachwelt ein großes hierzu bey-getragen. Doch der denkende, der prüfende Mann un-terscheidet nach Verlauf eines Zeitraums von zweyMannsaltern, vermittelst des Gebrauchs andrer sichernQuellen, die Nationalschwachheiken des einen, wie desandern Schriftstellers; er vergleicht und kann mitZuver-läßigkeit das sicherste wählen und darauf seine UrtheileLründen.
Gewiß ist, daß wenn Frankreich dem neuen Tory.scher, Ministerium mit Ausforschungen, ob ein neuer8nedensankrag annehmlich seyn würde? vorgekommen^are, so würden die Minister Mittel gesucht und gerun-gn haben, ihre Gesinnungen dem französischen Hofe be-
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