z;6 Sechste Abhandlung.
hatten und nun unter dem besondern Befehl des Herzogs ^von Ormond stunden, sondern auch auf diejenigen Re- ^gimenter, welche von England Sold bekamen. Nunaber war der Entwurf gemacht, die Truppen, so in der ^Königinn Sold stunden, zu bewegen, ihren Dienst zu ^verlassen, und unter dem Prinz Eugen feindselig undzum Angriffe gegen Frankreich zu handeln. Wahr- ^scheinlich möchte der Entwurf gar so weit gegangen seyn, ^sich der englischen Kriegsvölker selbst zu bemächtigen. ^Der Herzog ertheilte von diesen kühnen Entwürfen denStaatöministern in England Nachricht, und daß er sichauf die fremden Völker in der Königinn Sold nicht ver- ^lassen, noch weniger durch einen Theil derselben Dün- ^kirchen besetzen lassen könne, weil man bereits Versuchegethan, dieselben zu verführen. — Beyde Kronen sa- ^hen den Waffenstillstand aus einem gleichen Gesichts-punkte an, nämlich daß auch die von England besoldetenKriegsvölker Frankreich nicht angreifen sollten. Der FMarschall von Villars, welchem die gemachten Ent- kvwürfe ebenfalls kein Geheimniß waren, ließ den Herzog Hvon (Drmond wissen: „Sein König rechnete darauf, redaß alle Völker, welche unter seinen Befehlen stünden, <riden Stillstand annehmen würden, und er verwundere chsich, wie das zugehen könnte daß diejenigen, die nach cjeinem Kriege von zehn Jahren ihren Sold bekommen <,,könnten, wenn sie stille lagen, lieber in den Dienst neuer HHerren treten wollten, unter welchen sie ohne Sold fech- d,ten müßten?" F
Diese mißliche Lage kam dem Marschall so bedenk- »rlich vor, daß er all sein mögliches that, den Hof von stVersailles zu bewegen, England nicht eher den Besitzvon Dünkirchen zu gestatten, bis Frankreich zuver-laßige Sicherheit erhielte, daß auch von den blos besoldeten °Kriegsvöikern der Stillstand werde beobachtet werden. ^Seine Bemühung blieb indessen fruchtlos. Aber wirsollte der Herzog von Orinond such in den Besitz von 8
Dün-