4v6 Sechste Abhandlung.
England in seinen Absichten, den Herzog von Savoyenauf Unkosten des Kaisers mächtiger zu machen, glücklichseyn, so mußte es auf sich nehmen, die Foderungen der 'Orsini zu unterstehen, und bey dem kaiserlichen Hofedieselben erfüllen helfen. Die gleiche Verpflichtungwurde den Generalstaaten auferlegt. Diese machtenSchwierigkeiten so viel sie konnten; die Einkünfte desHerzogthums waren ihnen schon verpfändet; dann be-sorgten sie, Frankreich unter dem Namen der Orsini zueinem gefährlichen Nachbar zu bekommen. Allein daFrankreich mit allen Kräften dieses Ansuchen des spani-schen Hofs aus Gefälligkeit, ohne Absichten für sich selbsthierbey zu haben, untcrstühte; da die Staaten Tour-nay ohne in diese Federung einzuwilligen nicht behauptenkonnten; da auch selbst die öniginn von England hier-zu die Hände bot, fö blieb den Staaten kein Auswegmehr übrig, diese Foderung abzulehnen.
Dieselbe bleibet indessen ein Beweis, wie so sehrFrankreich bey dem utrcchtischen Frieden, so bald es nurder Zustimmung Englands sicher war, die Oberhandgehabt; und daß alle übrige Bundsgcnossen, die Gene-ralstaatcn im mindesten nicht ausgenommen, doch zulehtauch in die ihnen unangenehmsten Foderungen Frank- ^reichs einzuwilligen sich gemüßiget gesehen haben. Wel-cher Staatskundige hätte zwey Jahre eher sich einer so ^gänzlich verschiedenen Wendung des Friedensgeschäftsversehen, oder vermuthen dürfen, daß alle und jede Um-stände bis auf die geringfügigsten herab Frankreich gün-stig werden sollten?
Obgleich der Kaiser an dem Friedcnsunterhandlun-gen keinen Antheil nahm, so erklärte sich doch der Grafvon Sinzendorf, sein Herr werde zu keinen Zeiten ineine Verminderung der Niederlande einwilligen. Eme lErklärung, welche der Republik, auch nachdem sie ihreabgezwungene Einwilligung ertheilt, nicht anders als
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