4Z2 Geschichte des spanischen Thronfvlgckl'ieges
r?ol glücklich ausgeführt, daß, da es Tag worden, die nie-derländischen Befehlshaber und Völker sich in der Ge-walt der Franzosen befanden, und daß der Republik bisivooo Mann ihrer besten Völker unnütz gemachet wur-den, und gleichsam Kriegsgefangene waren. Freylichwurde dies ein Mittel, das die Staaten nöthigte, denHerzog von Anjou auch wider ihre Neigung als Kö-nig in Spanien zu erkennen. Hierdurch erlangten ihreKriegsvölker die Freyheit, aus den Festungen der spani-schen Niederlande abzuziehen. Auch der K önig in Eng-land ließ sich von dem Theil seiner Staatsbedienten, dervon Frankreich gewonnen war, zu gleicher Anerkennungüberreden. So sollte dem Anschein nach der Krieg ab-gewendet, oder derselbe wenigstens nur auf die Schul-tern des Kaisers Leopold gewalzet werden, dessen Waf-fen Frankreich gar wohl gewachsen waren, wenn gleichmit demselben auch das deutsche Reich sich gegen Frank-reich erklären sollte.
Frankreich glaubte sich, ungeachtet dieser Anerken-nung des neuen Königs von Spanien durch die beydenSeemächte, von dieser Seite her noch nicht gänzlich ge-sicheret. Man zweifelte nicht, der Kaiser werde allesanwenden um durch enge Verbindungen mit denselbenseinen Ansprüchen den nothwendigen Nachdruck zu ver-schaffen. Die bald hierauf erfolgten Unterhandlungenzwischen diesen drey Machten überzeugten den französi-schen Hof, entweder müsse man sich, zur Bestiedigungdes Kaisers, zu einer Theilung, oder aber zu einem blu- !tigen Krieg entschließen. Schon in dem Ienner des !i7c>iten Jahrs erklärte der Kaiser dem französischenGesandten an seinem Hofe, „es sey kein anderes Mittelzum Vergleich, als wenn die spanische Monarchie zu-rückgegeben werde.« Dieser Federung Nachdruck zugeben, wurden alle Anstaltengemacht, daß im Anfangdes Frühlings der Prinz Eugen von Savoyen miteinem Heer von zvooo Mann in Italien einbre-