4?6 Geschichte des spanischen Thronfolgekrieges
i?oz bliesen gänzlich und bey schwerer Strafe unterlassensollte». Das gleiche sollte aber auch von den kaiserlichenund englischen Unterthanen vermieden werden. Dennvermittelt! dieser Wechselbriefe hatten bisher die feind-lichen Kriegsheere in den Niederlanden, in Deutsch-land und Italien zu nicht geringem Nachtheil der Ver-bündeten können bezahlt werden. Frankreich behieltdurch dieses Mittel sein baares Geld in dem Lande, Eng-land und den Niederlanden aber wnrde dasselbe entzogen.Da dieses Bedingmß den holländischen Kaufleuten undWechslern zu beobachten sehr schmerzhaft fiel, so wuß-ten sie sich und auch Frankreich bald wieder zu helfen, unddurcti Kaufleute in der Eidgeuoßschaft, zu Genf undLivorno, den ihrem eigenen Vaterlande nachtheiligenHandel mit dem Feinde, so wie zuvor, nur mit etwasmindern Gewinst fortzusetzen.
Auch Frankreich vermehrte in den Niederlandenseine Macht. Zwey beträchtliche Heere sollten unterden Marschalls von Villeroy und Bouflers die Un-ternehmungen der Bundesgenossen zernichten. Alleinder Graf von N mrlborough eroberte Bonn, dieResidenz des Kurfürsten von Kölln; er hinderte dieFranzosen Lürrict) zu belagern, obgleich er die Erobe-rung von Tonrzcrn nicht abwenden konnte, das aberbald nachher wieder von ihnen mußte verlassen werden;zu einer Schlacht aber konnte er die feindlichen Feldher-ren nicht locken. Diese suchten vielmehr den holländi-schen General von (Obd.rmm zu überfallen; der An-schlag gelunq ihnen nach Wunsche. Da derselbe miteinem beträchtlichen Theil des vereinigten Heers die Li-nien bey Antwerpen angreifen sollte, um die Feindezu hindern mehrere Kriegsvölker in Flandern zu schicke»/wurde er von der überlegenen Macht beyder Mar-schälle bey dem Dorfe Ekeren umringet. Ih>nund seinen Völkern blieb in dieser mißlichen Lage nur dasverzweifluugsvolle Mittel übrig, sich durch die Feinde,