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Abhandlungen über die Geschichte des Friedensschlusses zu Utrecht zur Beendigung des spanischen Thronfolgekriegs / von Johann Konrad Fäsi
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498 Geschichte des spanischen Thronfolgekrieges

lyiOanführunq des ReichöheerS erbitten ließ, ärgerte undschämte sich gleichsam über den elenden, immer höchstmangelbaren Zustand des ReichöheerS. Da die Nach-sicht , welche man den mächtigern Ständen gestattenmußte, auch die mindermächtigen, aber entfernterenStände gleichgültig machte; so richtete auch der Kurfürstmit allen seinen Vorstellungen nicht das mindeste aus.Dies zwang ihn noch vor Ende des Feldzugs, die Ober-ansührung dem Herzog Eberhard Eudrvig vonliVürtemberg und dem Graf von Gronsfeld zu über-lassen. Es war ein Glück für Deutschland, daß auchdie Franzosen schwach waren; dennoch konnten sie ihrHeer die meiste Zeit auf Unkosten des Reichs unter-halten.

In Italien war gleichsam ein Stillstand. DerHerzog von Savoyen, voll Unwillens, daß der Kaiserseinen Folgerungen nicht gänzlich entsprechen wollte, wei-gerte sich, seine eigenen und die kaiserlichen Völker inPerson gegen Frankreich anzuführen. Also konnte auchder Graf von Daun nichts von Wichtigkeit unterneh-men. Seine Versuche aus Savoyen in das Dauphinseinzudringen waren immer wegen der Gegenanstaltendes M. von Berrvick vergeblich.

In Spanien wurde der Krieg hitzig und mit vie-lem Blutvergießen geführt; jeder Theil siegete undwurde besieget, und eben diese Unbeständigkeit desKriegsglücks entriß wieder schnell die erfochten»« Vor-theile. Mit Grund kann man behaupten, daß dasveränderliche Kriegsglück jeden der beyden Könige derReihe nach erhöhere und demüthigte. Bey Alinenarasiegten den 2vsten des Heumonats die Bundögenossenunter Anführung des Graf von Srarenderg über diefranzösisch-spanischen Völker; vur Wochen nachherbrachten diese Besiegten ihren Besiegern be» penalva«inen beträchtlichen Verlust bey. Nur wenige Tage