zoo Geschichte des spanischen ThronfolgekriegeS
"»712 wurde den Winter über belagert, und in dem Ienn«des folgenden Jahrs von den Franzosen erobert.
»7»i Schon hakte dieser unglückliche Krieg über diespanische Thronfolge ohne die Zeit der Zurüstungen ganzeacht Jahre mit vollem Eifer, mit mächtigem Blutver-gießen, mit Verwüstungen der fruchtbarsten Landschaf-ten und mit unsäglicher Verarmung und Verminderungder Menschen in Frankreich, den Niederlanden, in-Deutschland, Italien und Spanien, auch in manchenGegenden von Amerika gewütet. Da die Großen derErde sich bisher geweigert hatten, dem Jammer undWihklagen der Unschuldigen ein glückliches Ende zumachen; da dem so nothwendigen Frieden so viele Hin-dernisse durch die Leidenschaften einzelner Personen in denWeg qeleget wurden, so trat gleichsam die Vorsehungselbst unmittelbar in das Mittel, um denselben zu er-leichtern. Alle Umstände, vorgesehene und nicht vor-gesehene, mußten Frankreich zur Rettung dienen. Diegeheimen zu London angelegten Friedensunterhandlun-gen schmeichelten zwar schon dieser Krone mit einem er-wünschten und höchst vo> cheilhasten Ausgang: allein dieVeränderungen unter den Sterblichen, das Ablebeneines großen Monarchen, und anderer theils erwachsener,theils noch minderjähriger Prinzen, welche zur Regie-rung großer Staaten nach menschlicher Erwartung be-stimmt schienen, ertheilte dem Friedensgeschäfte ganzunerwarteten Nachdruck. Ludwig, Dauphin vonFrankreich, der einzige Saht» Ludwigs des XIV. Vaterdes Königs Philipp in Spanien, starb den > !?ten Aprilin dem fünfzigsten Jahr seines Lebens. War gleichdieser nächste Kronerbe wenig von seinem Vater geach-tet, gestattete man demselben unmittelbar keinen Ein-fluß auf die auswärtigen Staatsangelegenheiten, sobesorgte er doch mittelbar die beständige Unterstützungfeines zweyten Sohns. Sein ältester Sohn, der Her-zog von Burgund, hatte zwar mehrern Einfluß auf den
alten