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Memorabilia Tigurina : neue Chronik oder fortgesetzte Merkwürdigkeiten der Stadt und Landschaft Zürich / Johannes Heinrich Erni
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18
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bauten, öffentliche.

Ao. igo6 im May ward hinten am Obmannamt die alte Stadt-mauer abgetragen, und das Casino zu bauen angefangen.

Ao. 1807 im Wintermonath ward ein Theil der alten Ring-mauer am Fröschengraben in der kleinen Stadt gegen den Kraß ab-gebrochen, und der Straße eben gemacht.

Ao. iZcrg im Brachmonakh ward eine neue Bergstraße vonAlbisrieden nach Birmenstorf gemacht.

Ao. 1809, im May, ward von dem Ravelin, worinnen dasSchüßenhaus bey Zürich steht, bis zum Wall, der die kleine Stadtumgibt, eine neue Wallmauer und Wall aufgeführt, die Brücke zwi-schen dem Schüßenhaus und dem Weg gegen das Waisenhaus undWerdmühle kam weg, und das Ganze zwischen der Limmath und demSchanzengraben ward ausgefüllt und verebnet, so daß der Schanzen-graben jezt allem gegen den langen Stag feinen Ausfluß in dieLimmath hat.

Im Brachmonakh desselben Jahres wurden die Gebäude desSpithals in Zürich mit Blißableitern versehen. Auf der Ecke desAmthauses gegen das sogenannte neue Haus ward die Wetterfahneherunter genommen, in deren Knopf sich eine alte Schrift von 1663fand, welche die Nahmen der damahligen Herren Spithal - Pfleger rc»enthielt. Zu dieser ward eine andere Schrift, mit Anzeige der Reno-vation hineingelegt. Als man zu dem Blißableiter auf der Schütte,neben dem eisernen Portal gegen die Niederdorfstraße eine Ableitungin die Erde grub, fand man 3 Menfchenschädel und Gebeine.(Bitte größere Menge hatte man schon früher bey Grabung des Fun-daments zum Portal daselbst gefunden. Wie und wann solche dahingekommen, ist unbekannt.

Ao. 1809, im Augstmonath, ward von Seite des L. Stadtrathsder Gebrauch der Schlüsselgaß sowohl für das Fuhrwesen als fürFußgänger einstweilen verbothen, da an dem Kirchthurm ein starkerStrebepfeiler von Quader, bis an den ersten Boden angebracht wer-den mußte, um dem älteren Fundament desselben wiederum Festigkeitzu geben. Unter diesem Thurm besindet sich das Chor der Kirche,in welchem der Grabstein des ersten Bürgermeisters, Rudolf Brunn,mit Schild und Helm, wie auch Lavaters Monument zu sehen ist.

Im Herbstmonarh desselben Jahres ward der am Spithal inZürich stehende Kramerladen, die sogenannte alte Bruderstube, undLieder Thorwarten, zu einer Canronal-Armen-Apotheke eingerichtet.