Bey diesem Bau fand man wieder eine g roße Menge Todtengebeine;auch befand sich inwendig an der Mauer, wo man vorher auf denKornboden hinauf gegangen, ein uraltes Fresko-Gemälde, in einemgothischen Bogen zwey Heilige mit dem Nimbus, und daneben eineWeibsperson vorstellend. Leider war es aber großentheils verwischt.Der große nebenanliegende Keller, der einer Kirche gleicht, die vor-gefundene Menge von Gebeinen, und überhaupt das Alterthum desganzen Gebäudes, gibt zu der Vermuthung Anlaß, daß hier schonim grauen Alterthum eine Capelle müsse gestanden haben. — Nochwahrscheinlicher wird dieß, da die ältesten Urkunden einet, dem H.Stephanus geweihten Kirche oder Capelle, an der großen Brunngasseerwähnen, und das Gebäude wirklich an diese Gasse stößt. Wahr-scheinlich hatte sich der nunmehr mit Steinen gepflasterte Prediger-Kirchplaß, vormahls Todtenacker der Gemeinde, bis zu dieser Capelleerstreckt, und die vielen Schädel und Gebeine könnten von einem alldagestandenen Beinhause herrühren. Diese Capelle war also von höhe-rem Alterthum als die alte Prediger- oder Dominikaner -Kirche undKloster, welche doch bald ein Alter von 600 Jahren erreicht haben.
Ao. 181a den 6ten Augstmonath ward, nach vollendetem Bau,die neue Brücke zu Cglisau zum erstenmahk befahren. Sie ward unterder Leitung des geschickten Herrn Camons - Bau -Inspektor Stadlervon Zürich gebaut, und weiter hinauf gesetzt als die vorige, so daßsie nunmehr mit dem Zollhause zu Seglingen gleiche Linie macht.Auch ist die Straße mehr erhöht worden.
Im Weinmonarh ward die Renovation des Stl Petersthurmsin Zürich ganz beendigt. Der ganze Helm des Thurms ward ver-bessert, und frisch angestrichen, Zeiger und Zahlen an der Zeittafelfrisch vergoldet. Die astronomische, Ao. 1538 von Hs. Luterer ver-fertigte Uhr unten an der Zeittafel gegen die Brücke wurde wegge-schafft. Die künstliche Umermaurung des Thurms wurde durch denMaurermeister Herrn Obmann Blunschli ausgeführt.
Im Christmonath ward zu Eglisau , eigentlich herwärts zu Seg-lingen, an der neuerbauten Brücke, ein neues Zollhaus gebaut; ausden Materialien des Ao. 1799 zerschossenen und zerstörten landvögt-lichen Schlosses.
. Ao ign im Brachmonath ward der Brunnen auf dem Frau-wunsterplatz in Zürich gänzlich abgetragen. Er war eine Zierde diesesPlatzes. Auf seinen vier Ecken standen die Bilder' der vier Jahrs-Zeiten« und an der Brunnensäule waren in Stein vier Bassins ange-bracht, und über diesen vier Knaben mit Fruchthörnern und Delphis