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Memorabilia Tigurina : neue Chronik oder fortgesetzte Merkwürdigkeiten der Stadt und Landschaft Zürich / Johannes Heinrich Erni
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und Niederdorfthor, und macht die vierte Pfarrkirche der Stadt Zürich aus. Schon ehe die Dominikaner -Mönche (1131) in Zürich anlang-ten, stund an der Brunngasse, wo jetzt der große Spitalkeller zwischender Apotheke und der jetzigen Bruderstube liegt, die St. Niklauö-Capelle, welche der Niederdorf- Gemeinde zum Gottesdienst diente. Alsnun diese Mönche in bemeldtem Jahr auf Verwendung des St. Tho-mas-Stift zu Straßburg in die Stadt aufgenommen worden, wurdeihnen diese Capelle nebst einer dabey gelegenen Hofstatt und einem ge-räumigen Platz eingeräumt, auf welchem sie durch die Beysteuern rei-cher adelicher, und durch freywillige Frohndienste der armer» Bürger,bis im I. 1240 Kloster, Kirche und Kirchhof erbauten. Kaum moch-ten die ersten in Zürich angekommenen Dominikaner -Mönche ein Ora-torium oder Bethaus in der dermaligen Vorstadt zu Stadelhofen erhal-ten, aber der mächtige Schuh, den sie vom Pabsi Gregor IX. genos-sen, öffnete ihnen den Weg zur Aufnahme inner den Ringmauern derSradt, aus welcher sie sich aber wegen ihrer allzugrvßen Anhänglich-keit an die Pabste im I. 1247 wieder drey ganzer Jahre lang entfer-nen mußten, weil sie sich weigerten den Bürgern, welche mit demKaiser Friedrich II. freywillig den Bann trugen, die Messe zu lesen.Das üble Vernehmen, in welchem sie mit der Bürgerschaft standen,war auch Schuld, daß selbst 1249, nachdem allen Geistlichen die Rück-kehr nach der Stadt und die Ausübung der gottesdienstlichen Verrich-tungen wieder gestattet ward, dennoch nur zwey Brudern dieses Ordenserlaubt wurde, ihr Kloster in Verwahrung zu nehmen. Die Fcuers-brunst, die im I. i2Zo einen beträchtlichen Theil der größer» Stadteinäscherte, veranlaßte diese Mönche, auf Darleihungen ihrer Ordens-brüder zu Siraßbnrg, einen so beträchtlichen Theil der Brandstätte,von der jetzigen Brunngaß bis weit in das Niederdorf hinunter, ansich zu kaufen, daß zuletzt der Rath sich genöthigt sah, ihnen den fer-nern Ankauf zu verbieten. Mit gleichem Eifer, mit dem sie auf Er-weiterung ihrer Gründe bedacht waren, suchten sie auch das Interesseihres Ordens zu befördern, und Beichte, Opfer und Seelenmessen amsich »n ziehen, so daß die übrige, dadurch an ihren Einkünften undGefällen geschmälerte Geistlichkeit, in den Jahren .1288 und 1300 hef-tige Prozesse gegen diese Kirche führte. In einer Capelle hinterder alten Kirche, die jetzt zu einem Keller eingerichtet ist, entspann sichim I. 1384 unter den angesehensten Rathsgliedern jene bekannte Ver-schwörung wider den berühmten Bürgermeister Waldmann. In derMitte des gothischen Kreuzgangs, der heutzutage noch steht, befandsich der Begräbnißplaß der Klosterbruder. Von dem Klostergarcen,.