Buch 
Lise und Salome die beiden Webermädchen : eine Erzählung aus dem Volksleben / von Jakob Stutz
Entstehung
Seite
25
JPEG-Download
 

Von den Buben aber habe er wenig Gutes zu hoffen;die seien Hallunken. Es wäre gut, wenn nur diese derHerrgott holen würde, sie könnten im Himmel oben eher amPlatz sein, als hinieden auf Erden.

So dachte der Vater und trug endlich das schlummerndeKind zu Bette. Er aber konnte den Schlaf lange nicht fin-den und wälzte sich unruhig auf seinem Lager herum.

Es wird Einem doch gar nicht wohl bei diesen Leutenda unten in der Felshalden, und wenn sie auch schon Geldhaben und in ziemlichem Wohlstand leben. Wir wären viellieber auf der Matt oben bei dem stillen Zörrli, der armenMarei und dem guten Salomeli.

Diese schlafen ganz ruhig; in ihren armen Bettlein istihnen weit baser als den Leuten in der Felshalden. Zene> schlafen eben noch nicht, wenigstens Vater und Mutter noch^ nicht, denn sie haben im Zorn und Unfrieden den Tag be-! schloffen und haben auch nicht gebetet.

Fünftes.Kapitel.

Wie reger Fleiß und weise Sparsamkeit viel Gluckund Segen bringen.

Life und Salome sind in dieser Zeit jedes um zehn Zahreü'lter und etwa um anderthalb Schuh größer geworden.

Nun sind sie eben keine Kinder mehr, sondern Töchterdes Landes; jede zählt ihre achtzehn Jahre.

Zn zehn Zähren kann viel geschehen, wie oft in einereinzigen Woche oder an einem einzigen Tage viel geschieht.

So wird der geneigte Leser wohl gerne vernehmen wollen,äüe es jetzt wieder um diese beiden Mädchen stehe, ob Sa-lvmeli gut geblieben und Life besser geworden sei. Er soll esstleich erfahren.