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Lise und Salome die beiden Webermädchen : eine Erzählung aus dem Volksleben / von Jakob Stutz
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Wir könnten zwar nicht sagen: „Außen fix und innen ^nix," es ist recht viel in ihr. Zn Salomeli aber auch, nur ,nicht das Gleiche, was hier einen himmelweiten Unterschied ,macht. Man muß sich ärgern und doch fast lachen, wenn ^wir das hoffärtige Züngferchen betrachten und dann die ,„Sauornig" um sie herum.

Aber so machen's diese Zuckerdrückli; sie haben immervollauf zu strehlen und zu putzen an sich selbst und findendann zur Arbeit und zu den nothwendigsten Hausgeschäften jkeine Zeit mehr. !

Za, so siehts doch recht spöttisch aus und man meinte,ein solches Mensch sollte sich in die Seele hinein schämen,wenn jemand Fremder in die Stube käme und eine so ekel-hafte Unreinlichkeit anträfe.

Aber wie gesagt: Putz und Eitelkeit und der Sturm vonHeirathsgedanken machen sie für alles Gute und Nützlicheblind und gleichgültig. Und solche Mädchen gibt es im Ueber-fluß, fast so viel wie Maikäfer. Die bescheidenen und bravenSalomeli aber, die sind so dünn gesäet, daß man viele tau-send Schritte gehen muß, bis man wieder eins findet.

Doch, wir wollen hoffen, die verbesserten Volksschulenwerden mit der Zeit noch recht viel so gute Salomeli er-wecken, und dann werden diese Salomeli nicht bloß dasVolksleben, sondern, was fast unmöglich scheint, sogar auchdas Staatsleben mittelbar verschönern. Es wachsen undgedeihen die guten Salomeli!! — ^

Life hat noch immer Geschäfte am Spiegel —; dasmuntere Vögeli drehet das Köpfchen nach links und rechtsund heftet und güflet aus allen Seiten. >

„Um tausend Gottes Willen,'' fängt die Mutter in sanf-tem Tone an, „Life, mache doch, daß die Stube auch einmalin Ordnung komme. .Höre, es läutet schon Vesper iMSternenberg und du hast noch keinen Werkstreich gethan;hast nur den Löffel abgelegt und bist davongelaufen. Weißtdu denn nicht, daß die Buben beim Vater in Schaffhausen