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Lise und Salome die beiden Webermädchen : eine Erzählung aus dem Volksleben / von Jakob Stutz
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ging sie endlich doch hin, bückte sich über sie und fragte inbarschem Tone:Fehlt dir Etwas?" Die Mutter gabkeine Antwort, war todtblaß und schwitzte. Da sprang dasMädchen ängstlich über sie weg und rief des Nachbar HeirisFrau, die alte Kathrine um Hülfe. Diese kam sogleich undfand die kranke Mutter bewußtlos da liegen. Weidlich spritztesie ihr kaltes Wasser ins Gesicht, befahl Life, ihr Riechsläsch-chen herzugeben, was gleich geschah, und hielt es der Muttervor die Nase.

Hierauf erholte sie sich bald wieder Life bereitete ihrein Bett auf der Ofenbank und man legte sie darauf hin.

Sie klagte sehr über Kopfschmerzen, besonders in derGegend des linken Schlafes, wohin sie eben die schwereThüre getroffen hatte.

Mit schmerzvollem Blicke sah sie Life an, als wollte siesagen, du wirst deine Mutter frühe zu Grabe bringen; fandaber kaum bemerkbare Züge von Reue und Mitleid bei ihr,was sie auch deutlich zu verstehen gab, denn sie suchte ehervon dem Bette der Mutter weg zu kommen, als helfend undsorgend da zu bleiben.

Kathrine wollte ihren Mann, den Heiri, nach demArzt schicken. Die Mutter aber wollte es nicht zugeben,indem er wahrscheinlich heute oder doch gewiß morgen siebesuchen werde, dagegen bat sie Kathrine, daß sie doch heutebei ihr bleiben und sie pflegen möchte, wozu diese auch gernebereit war. Life aber soll in den Höhstock hinauf gehen undihr den Bruder holen. Der Ernst, mit welchem sie diessagte, ließ so fast vermuthen, daß sie diesem eine wichtigeAngelegenheit anzuvertrauen hätte.

Life ging recht gerne, denn Nichts war ihr so angenehm,als in der Welt herum zu gehen und den Leuten zu zeigen,wie sie eine schöne Zungfer sei.

Nachdem sie sich noch zehn und zwanzig Mal vor demSpiegel gedreht und gepützlet hatte, ging sie zur Thüre hin-