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Lise und Salome die beiden Webermädchen : eine Erzählung aus dem Volksleben / von Jakob Stutz
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41
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aus und die Mutter rief ihr mit schwacher Stimme nach,sie soll doch bald wieder kommen.

Und als die Mutter bei Kathrine allein war, fing sierecht bitterlich an zu weinen und sagte, sie w>zlle ihr Herzdoch auch noch recht ausschütten, ehe sie sterbe. Hieraufentdeckte sie KathriUe ihren ganzen Kummer wegen. Lift unddem Vater, welch trauriges und kreuzvolles Leben sie inihrer Haushaltung habe, und klagte ihr tief betrübt alles,was sie kurz vorher sich selbst geklagt hatte, »und fühlte sich^ wirklich etwas leichter ums Herz, um so mehr, weil siewußte, daß Kathrine verschwiegen sei und von alldem keinenwettern Gebrauch mache,

Kathrine weinte mit ihr, zollte ihr die aufrichtigste Theil-! Nahme und suchte sie so gut als möglich zu trösten.

!Ach," sagte die Mutter,wenn das Herz fast bis zum^ Zerspringen voll ist, will es nicht mehr genügen, wenn wir

> tief verborgen unser Leiden nur Gott allein klagen. Ach, esthut so wohl, wenn Angst und Sorge uns drücken und wir

> dann eine treue Seele finden, der wir unsern Schmerz zu-^ traulich offenbaren dürfen. Theilte ja Christus selbst seinen

vertrauten Züngern den Kummer seiner Seele über sein be-vorstehendes Leiden mit und seufzte:Wie ist mir so bang,bis meine Taufe, womit ich getaufet werde, vorüber sein!wird."

Za," erwiederte theilnehmend Kathrine,könnte ich dich^ nur so ganz beruhigen, wie ich es wünschte." Sie benahmsich aber hierin weit verständiger, als es manche andereFrau gemacht hätte. Sie wußte in Wahrheit noch viel mehrBöses von Lift, als die Mutter, wußte wie sie bei Chlefein der Kohlgrube oft Gastereien anstelle, wie sich da ZungsUnd AltS einfinde und aufKosten der Lift fressen und saufen, wie'Ehlefes Mutter, die schlimme Mädle, dann der Lift zu liebiunge Bursche und Mädchen einlade und ihnen heimlicheWinkel anweise in der Kammer oben und im Geißenstall^außen, wie Lift manchmal 2 bis 3 Gulden in einer Nacht