Zeit, ich würde dich an das Krankenlager deiner unglücklichenMutter führen und auch da noch ein Wort an dein Herzreden. Zch werde aber bald wieder kommen." Life wanktetraurig ihrer Hütte zu, und traurig schaute ihr der Vetternach, bis sie an dem grauen Felsen vorüber war und unterdem niedrigen Dache verschwand. Dann begann er denBerg hinan zu steigen und kam recht ergriffen und betrübtnach Hause.
Zwölftes Kapitel.
Wie ein Trotzkopf nach wohlgemeinter Zurechtweisungsich grbehrdet.
Life trat in die schwach erleuchtete Stube, platschte ge-rade bei der Thüre auf die Ofenbank nieder, so daß dieFenster darob erzitterten, schluchzte, pfnuchste, zog Schuheund Strümpfe aus und warf sie in den Winkel, riß dieSchürze weg und schleuderte sie auf die Ofenstange. DieMutter lag im Bette, Kathrine saß neben ihr, hielt ein Ge-betbuch auf der Schooß, denn sie hatte ihr so eben den Abend-segen vorgelesen.
Die Kranke richtete sich auf, beugte sich um die Ofeneckeund fragte mit schwacher Stimme: „Was fehlt dir Life?"
Keine Antwort. — Sie frägt noch ein Mal — Life hocktund pfnuchset und gibt abermals keine Antwort. „Kathrine",sprach hierauf die Mutter, „gehet und holet ihr das Nacht-essen herein." Kathrine will gehen, Lift aber schnutet aufUnd davon, schlägt abermals die Thüre recht wacker hintersich zu, rumpelt die Stiege hinauf, trampet in die Kammerhinein, daß es knallt und kracht, und begibt sich, ohne guteNacht zu sagen, ins Bett.
Die Mutter holte einen tiefen Seufzer, schlug die HändeZusammen und jammerte, wie es doch auf der ganzen weitenWelt kein so böses Kind geben könne, als wie Lift eins sei.