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Lise und Salome die beiden Webermädchen : eine Erzählung aus dem Volksleben / von Jakob Stutz
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Es nehme sie Wunder, was ihr jetzt wieder fehle. Da müsseihr jedenfalls etwas Unangenehmes widerfahren sein. Zhrwürde sie es aber nicht sagen, und wenn sie ihns noch zehnMal fragen würde. So viel Liebe und Zutrauen habe das«igene Kind zu ihr.

Ach," seufzte Kathrine,daß Life die Einzige wäre in ^ihrer Art! Aber gehet von Haus zu Haus, wo ihr Elternund Kinder antreffet und ihr werdet unter zehn Haushaltun- )gen nicht drei finden, wo nicht solche Maidli oder Budenwären."

Und woher kommt es?" fragte Kathrine sehr bedenklich,ich weiß es erst jetzt, seitdem meine eigenen Kinder größer lgeworden sind, und kann mich nun selbst bei der Nase neh- ^men. Es kommt her von einer dummen und verkehrtenErziehung. Die meisten Eltern fangen gleich im Ansangmit ihren Kindern auf eine Weise zu reden an, als ob nichtsie, die Eltern, den Kindern zu befehlen hätten, sondern als ^ob die Kinder über die Eltern Meister wären. Da heißt esimmer: Bäbeli, was witt? Ruedeli, was bättist gern?Trineli, was gfallt der? Lisebethli, weist lieber Weggen oderlieber Brod? Chueretli, darf dih wasche? Bitti, bis auhso guet! ih will e subers Büebli mache. Anneliseli, wirdauh nüd höh, ih gitter denn Oeppis. Heiri, wotst lieberoben am Tisch, do oder do sitze? Zakobeli, wotst i d'Schuel,oder wotst lieber diheime si? Gell, das sind bös Lüt, woEim nüd thüend, was'gern will? u. s. f. So wird ^fast überall zu den Kindern geredet. Dann wachsen die Bu-,ben und Maidli voll Stolz und Hochmuth heran und meinen,sie seiens, sie könnens und verstehen Alles; wollen Vaterund Mutter meistern, wie sie's gelernt haben, ihnen befehlenund sagen, was sie zu thun und zu lassen haben. Und wenn'sdann die Eltern nicht haben wollen, dem Kinde ernstlichzusprechen und ihm tüchtig den Marsch machen, fängtdas Kind an zu pflännen, zu rasen und zu stampfen, wirstAlles weg, lauft auf und davon. Dann weebern und heulen