nachläßig gekleidet, als wenn sie aller und jeglicher Eitelkeit ^auf ewig entsagen wollte, am Webestuhl und — .knüpft Fä-den. Aber wenn nur eine Fliege ihr zu nahe kommt, wird ^sie taub und schlägt links und rechts aus. ^
Die Mutter liegt oben in der Kammer, man hört sie jhusten. Kathrine ist während der Nacht da geblieben, muß >zu Morgen kochen, sitzt auf der Ofenbank und mahlt Kasse. ,Und wie sie die Mutter so streng husten hört, sagt sie in ^bedenklichem Tone zu Life: „Zch meine nur, deine Muttertreibe es nicht mehr in die Länge."
Aber Life, statt zu antworten, beißt die Lippen erst rechtzusammen, stiert in den krausen Zettel hinein und schweigt.Kathrine will nun auch schweigen, nimmt die Kaffemühleund geht hinaus in die Küche. .
Da öffnete Life den hart verschlossenen Mund und mur- !melte für sich: »Das ist doch e verfluechts Gweb! 3H wett jde Schinder nähm's! Wenn nu de Vater hei chäm!" j
Die Fäden wurden endlich geknüpft, nur hingen an den :Enden noch mehr als ein Dutzend herab. Sie riß die Bür- ssten herbei und begann so heftig und eifrig zu schlichten, alsob sie heute noch ausweben wollte, und eben so hastig fingsie an zu weben und machte schon im ersten Augenblick einenziemlich breiten Zysen. Solches achtete sie aber nicht, sieschlug gleichgültig drein und so geschwind, daß kein Menschdie Schüsse hätte zählen können. Da brachen an der sonst !guten Werpfe Fäden, einer nach dem andern, die sie aber !nur selten knüpfte, weßwegen es eben kein schönes Tuch gab.
Kathrine brachte den Kasse und stellte Jedem seine Tasse .hin. Die Mutter will nun auch aufstehen, man hört siehustend und ächzend kommen. — Sie tritt langsam herein, !— hält sich zitternd an der Wand und an den Bänken wieein kleines Kind. Kathrine sieht ihr mitleidig entgegen undwill sie zum Tische führen. Lift aber hebt kein Auge aufund wibt fort. Die Mutter sagt traurig: „Guten Tag!" ^Kathrine dankt freundlich und mitleidig; Lift aber thut, als