Salomeli aber zupfte den Konrad ein wenig am Arm undsagte leise: „Es wäre genug an einem Schoppen." „Wasdu nicht trinkst, das trinke ich," erwiderte Konrad und derWirth ging indeß zur Thüre hinaus.
Nach einigen Augenblicken stand eine Flasche goldgelbenWein da. Salomeli aber bat um Wasser und trank, so sehrsie auch Konrad nöthigen mochte, nur wenig Wein. Indeß^ kam die alte Müllerin, welche Salomeli wohl kannte, sieBeide recht freundlich bewillkommte und dann scherzend sagte:„So, so! Zhr seid Hochzeiter und Braut? — Das ist schön.Aber Salomeli, sehet,", sprach sie, ohne dabei etwas Argeszu denken, „Konrad hat so listige Augen, ich meine, er seiein schlimmer Vogel. Zch spasse aber nur." „Das höre ichgern," entgegnete mit etwas erzwungenem Scherze Konrad.„List führt ja den Krieg, somit hätte ich Hoffnung zum Sie-gen." „Wenn Zhr nicht schon gesiegt habet? —" lachte die^ Müllerin. „So junge Maidli sind bald erobert. Doch, Sa-lomeli macht hierin eine lobenswerthe Ausnahme, ich weißes; denn sie sorget ernstlich dafür, daß Niemand ihre Kroneraube. Zhr könntet glücklich sein, Konrad," sprach sie etwasleise, als sie an ihm vorüber in die Nebenstube ging, „aber, Zhr müßt Euer Glück nicht verliederle." Salomeli hatteI das letzte Wort der Müllerin besonders gerne gehört, in^ Konrads Zügen aber war innere Unruhe zu lesen. Er trankhierauf auf Salomelis Gesundheit und suchte das Gesprächauf andere Dinge zu lenken.
> „Aber Konrad," mahnte leise nach einer Weile Salomeli,„siehst du nicht, daß die Sonne untergegangen ist und es zu^ dämmern beginnt. Gewiß muß ich gehen, wenn ich meine^ Eltern nicht ängstlich machen will. Zch bitte dich, komm^ doch!" Er ließ sich endlich bereden und bezahlte die Zeche.„Wünsch glückliche Heimkehr," sprach der Müller im Hinaus-begleiten und die Müllerin sagte nochmals zu Konrad: „ver-liederlet Euer Glück nicht." Konrad aber that, als ob er