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nicht gehört hätte, was sie sagte, und rief lachend zurück:„Gute Nacht, Frau Müllerin, schlafet wohl!"
Aber sie hatten es in diesem engen Thale nicht bemerkt,daß sich der Himmel in der Zwischenzeit mit Gewitterwolkenbezogen hatte. Ein lauer Westwind machte das dumpfeRollen des Donners aus der Ferne hörbar und kaum warensie ein Viertelstündchen vorwärts gekommen, begann es ingroßen, schweren Tropfen zu regnen. Der Wind verstärktesich und plötzlich strömte ein Gewitterregen hernieder, mitwelchem das ferne Donnern aufzuhören schien. Salomelisommerte, daß sie noch so spät auf dem Wege seien undkeine Schirme bei sich haben. Konrad aber schien sich überdiesen Regen zu freuen; er lachte nur und sagte: „Sie werdenschon Schutz finden. Komm, komm!" rief er hastig undnahm Salomeli an den Arm, „in dem Hüttchen da drübensind wir vor Sturm und Regen gesichert; es wird bald vor- .über sein, die Wolken zertheilen sich." Salomeli mußtefolgen, aber es war ihr recht angst; denn sie befanden sichganz allein in einem finstern Walde, und zum ersten Malwar sie Nachts allein bei Konrad. Erst setzt fiel ihr ein, dasSichverlieren vom Anneli und der weitere Heimweg möchtenvielleicht eine abgeredete Sache sein, und Konrad dürfte viel-leicht mit unlautern Absichten umgehen. Und so war eswirklich auch. Er und Rudolf hatten, mit Hülfe einiger ^Kameraden, die Heimkehr gerade so einzurichten gesucht.Konrad war ein ganz unbescholtener Mensch; er war Haus- jlieh, arbeitsam und that Niemandem Etwas zu leide; aberseine Liebe zu Salomeli war dennoch eine unreine Liebe, undwas sich mit solcher Liebe verbindet, darüber hatte er beiseiner Erziehung nicht wachen gelernt. Er war durchausnoch nicht entschlossen, Salomeli zu heirathen, sonst hätte ersa längst bei ihren Eltern um sie geworben. Aber er meinte,wenn er hierin thue, wie es bei den Burschen und Mädchenso im Allgemeinen gäng und gäb sei, werde es nicht viel Izu bedeuten haben und Salomeli werde auch kein Engel sein- !