142
lupfte sie auf den Kopf, sagte gut Nacht und ging. DieAndern gingen auch, aber sie vergaßen, was ihnen der alteSchulmeister gesagt hatte.
So erwünscht Salomelis Verlobung war, brachte siedoch seine Eltern in nicht geringe Verlegenheit. 2hr Güt-chen hatte sich im Laufe der Zahre durch Fleiß und Thätig-keit vergrößert und der arbeitenden Hände mehr nöthig ge-macht, besonders weil der Vater seinen Handel immer nochfortsetzen wollte. Heinrich war fast in gleicher Verlegenheit,denn seine Mutter mochte eben nicht mehr wohl nachkommen.
Aber wo wahre Liebe lebt, läßt sich gar Vieles zu ge-genseitiger Nützlichkeit ausgleichen. Heinrich und Magdalenebaten Salomelis Eltern, in ihr Haus zu kommen, sie hättenja Platz genug und dann wären doch Alle beisammen. Wohlthat es diesen weh, ihr verschönertes Gütchen zu verkaufen,doch willigten sie ein.
Es zeigte sich für Zörrlis Liegenschaften bald ein soliderKäufer und nach einem Vierteljahr wurde Salomelis Hoch-zeit verkündet.
Und als in den nächsten Tagen Salomelis Brautfahrtabgeholt wurde, konnten sich die Leute nicht genug darüberverwundern, wie brav und sauber Bett und Kasten undalles Andere war. Viele mußten sagen: „ Das hätte mandoch vor fünfzehn Jahren nicht gemeint, daß Zörrli noch sowohlhabend würde."
„Wisset ihr aber, wie viel Vermögen Salomeli jetztschon hat?" sagten wieder Andere. „Zwölf hundert Guldenhat sie jetzt schon, das wissen wir bestimmt. Und kein Menschkann ihnen mit Wahrheit nachsagen, daß sie Jemanden nureines Hellers werth betrogen hätten. Wohl hatten sie ihreFehler, wie andere Menschen, aber dennoch waren sie gutund brav."
Da wünschte manche Frau, wenn sie nur einen Mann