Band 
[Band 1.]
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82 Geſchichte der Schweitzer.

Vaterlandes der Wahrheit zum Nachtheil zuerheben, und iſt hierinn dem vortrefflichen Po-lybius der ein Grieche und unpartheyiſch geweſen,vielmehr als Titus Livius, der hundert Jahrnach Polybius gelebt und geſchrieben, zu glau-ben, welcher, ob er wohl ein beruͤhmter Ge-ſchicht⸗Schreiber, doch offt uͤber die Schnurgehauen, zum Exempel, wann er ſagt/ als dasGeſchlecht der Fabier in 306. ſtarck den Kriegwider die Vejenter eintzig uͤber ſich genommen,ſeyen hernach alle bey Eremera erſchlagen wor-den, auſſer einem eintzigen minderjaͤhrigenSohn, der Q. Fabius Vibulanus geheiſſen, unddas Geſchlecht foͤrtgepflantzet. Wer will nun glau-ben daß von 306. ſtarcken Maͤnnern, deren diemeiſten ohne Zweiffel verheurgthet geweſen, nurein eintziger minderjaͤhriger Sohn zu Rom ge-blieben? Dieſes haben wir hier anbringen wol-len, nicht Livius ſeinen Ruhm zu benehmen, ſon-dern nur zu zeigen, daß man mit dem Bley-Maſſe geſunder Vernunfft die Geſchicht⸗Be-ſchreibungen leſen, und die Wahrheit oder Falſch-heit derſelben beurtheilen ſolle. So ſagt auchPolybius, daß die Gallier, nachdem ſie ſiebenMeonathe lang Rom beherrſchet, abgezogen,weilen ſie vernommen, daß die Venediſchen,jenſeit der Etſch gelegenen Voͤlcker ihnen in dasLand eingefallen, darum haben ſie mit den Ro-mern einen Frieden und Buͤndniß gemacht/ dieStadt Rom wiederum in ihre vorige Freyheit

geſetzet,