104 Geſchichte der Schweitzer.
den Blitz in den Haͤnden haben. Der Wie—derſtand ſo er aller Orten findet, giebet ihmeinen Wetzſtein ab, ſeine Tugend, Arbeit-ſamkeit und Dapferkeit zu ſchoͤrffen. Die Krie-ge, ſo er mit den Benachbarten fuhren muß,gewaͤhren ihm erfahrne Kriegs-Obriſte, wohlverſuchte und abgehaͤrtete Kriegs⸗Leute. Durchſeine Siege gelanget er nach und nach zu Reich-thum, und durch ſeine Macht zu Ruhe. Reich-thum und Ruhe gebaͤhren Wolluſt und Muͤſſig-gang. Dieſe Sicherheit und Sorgloſigkeit.Durch einen langen Frieden und allen Überflußwerden die Unterthanen verzaͤrtelt. Die Kriegs-Leute verlernen ihr Handwerck, die Kraͤfftedes Reichs werden geſchwaͤchet, und wird daſ-ſelbe endlich einem andern, der obbemeldete guteEigenſchafften beſitzet, zum Raub. Selten iſteine Herrſchafft von einer fremden Macht uͤbereinen Hauffen geworffen, deren Grund⸗Saͤulenicht zuvor durch innerlichen Muͤſſiggang, Zaͤrt-lichkeit und Wolluſt untergraben worden. Da-her nichts heilſamers fuͤr ein Reich iſt, als wannes von Zeit zu Zeit wiederum auf den Fuß dererſten Stifftung geſetz't wird. Und wie es ei-nem menſchlichen Leib zur Geſundheit dienet,wann er unterweilen mit neuem Gebluͤte erfri-ſchet wird, alſo iſt es auch einem Staat ſehrnuͤtlich, wann das durch Traͤgheit verfauleteGebluͤte eines alten koͤniglichen Stammes abge-zapfet, hingegen durch friſches und lebhaffteseiner