Band 
[Band 2.]
Seite
77
JPEG-Download
 

Dritten Theils drittes Buch. 77

Raub oder Unkunſt, da ſeyen ſie ſchuldig ein-ander zu rathen und zu helffen. Solte der eineoder andere Theil von jemand feindlich ange-griffen und beſchaͤdiget werden, ſo ſollen die an-dern ihm mit aller Macht zu Huͤlffe kommen.Die Ungehorſamen des einen Th ils ſollen die an-dern nicht hegen oder ſchirmen, und ſo ein oderandere Theil nach dieſem zu jemand ſchwoͤren1 ſollen die andere nicht darzu gebundeneyn.

Indem nun Zuͤrich mit dem Kaiſer inPaͤpſtlichem Bann und in groͤſter Zerruͤttunglag, geriethen unterdeſſen An. 1249. die zweybenachbarte geiſtliche Vaͤter Eberhard Biſchoffzu Conſtantz und Berchtold Abt zu St. Gal-len aus bloſſer Eiferſucht einander feindlich indie Haare, welche aber die guten Unterthanenbeyderſeits zu dieſem Streit mußten hergeben.Dem Abt wurde alles biß auf Heriſau, fehr-ners das Gebuͤrge gegen Appenzell biß gen Ur-neſchen an das Waſſer eingeaͤſchert, dem Bi-ſchoff aber wurde auch ſein Land von Ermatin-gen heraufwaͤrts alles mit Glut und Rauch er-fuͤllet, und die Stadt Conſtantz ſelbſt belaͤgert.Es waͤre auch ohne Zweiffel noch groͤſſerer Jam-mer und Blutvergieſſen aus dieſem Streit ent-ſtanden, wann nicht friedliebende Gemuͤtherſich in das Mittel geſchlagen, und dieſe ent-zweyte Praͤlaten mit einander ausgeſoͤhnethaͤtten. Unterdeſſen brennte auch die ſchaͤdliche

Kriegs-