Band 
[Band 3.]
Seite
221
JPEG-Download
 

Fuͤnfften Theils achtes Buch. 221

ihre alte Herrſchafft von Oeſterreich behalten,die andern den Hertzog von Savohen, die drittenaber die von Bern zu Schutzherren annehmen.Von den Oeſterreichern hatten ſie in allen ihren Noͤthen wenig Huͤlffe zu hoffen, von ihrenFeinden aber viel Boͤſes zu befahren; ſie waren von Savoyen und Bern, welche in einemengen Buͤndniß ſtunden, rings umgeben, hin-gegen nahm die Macht des Hauſes von Oe-ſterreich von Tag zu Tage ab. Wann dieſesmit den Eidsgenoſſen in Krieg verſtel, ſo hatten die Freyburger nichts als Stoͤſſe zu erwar-ten. Alſo ſahen die Verſtaͤndigen wohl, daßdie Sachen auf dieſen Fuß unmoͤglich laͤngerbeſtehen konnten. Hertzog Albrecht, damit erſie in ſeiner Treue gegen Oeſterreich befeſtigenmoͤchte, kam in Perſon auf Freyburg, ergriffaber nicht die rechten Mittel die Gemuͤther zubeſaͤnfftigen, indem er allzu groſſe Strengig-keit veruͤbte, und den Anklaͤgern die ſeineParthey hielten, allzu viel Gehoͤr gab. Dieſeklagten unterſchiedliche Buͤrger an, als wannſie in dem letzten Krieg es nicht gut mit derHerrſchafft gemeint haͤtten. Sie die Treuge-ſiſiten haͤtten einen Vorſchlag gethan, die StadtBern, zu der Zeit da ihre mehreſten Buͤrgervor Rheinfelden gelegen, zu uͤberfallen, ein-zunehmen, und alſo von dieſer Seiten derHerrſchafft Lufft zu machen. Bemeldte Buͤr-ger aber haͤtten dieſen guten Vorſatz hinder-

trieben,