Band 
[Band 4.]
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Achten Theils vierdtes Buch. 95

aus. Es hatte die Obrigkeit bey etlichen Jah-ren die Einigkeit der Burger in Religions-Sachen durch unterſchiedliche Mandate, ſonder-lich aber, daß beyde Partheyen nicht widereinander predigen, noch einer den andernſchmaͤhen ſolle, beyzubehalten getrachtet. Daßdieſes Mandat ſchlecht gehalten wuͤrde, beklag-ten ſich etliche Buͤrger, von welchen die meiſtender Reformation geneigt. Die groſſen Herrenaber hielten es mit dem alten Glauben. DieBuͤrger in dreyhundert ſtarck gaben den ſieben-und zwantzigſten December verſtrichenen Jahrsdem Magiſtrat eine Bittſchrifft ein, dem Man-dat vom eintraͤchtigen Predigen werde nichtnachgelebt, ein Theil verketzere, verdammeund haſſe den andern. Solches zweyſpaͤltigePredigen ſey ein Brunn der Laſter, ein Deckmantel des Aberglaubens, eine Verwirrungdes Gewiſſens, eine Reitzung des goͤttlichenZorns ꝛc. ꝛc. weder im Wachen noch im Rei-ſen koͤnne einer dem andern mehr trauen, alſoſolle die Obrigkeit die Prediger dahin halt nihrer Lehre Rechenſchafft zu geben, auch daß deeMeß ⸗Prieſter die Meſſe unterlaſſen, biß daßſie ſolche aus GOttes Wort bewieſen. Hin-gegen zogen die Roͤmiſchgeſinneten, ſonderlichdie in der kleinen Stadt den Harniſch an, wur-den aber von der Obrigkeit zur Ruhe gewieſen,ſie kamen gleichfalls mit einer Bittſchrifft ein,den neun und zwantzigſten, daß man alles in

dem