1538) Neundten Th. drittes B. 81
ſechs Monate lang im Feld zu erhalten, den An-zug zu fordern, und die Huͤlffe auf den fuͤnfze-henden May vor Wien im Feld zu haben, ꝛc.Dieſen Vortrag ihren Herren und Obern zuuͤberbringen, nahmen die Eidsgenoͤſſiſchen Ge-ſandte uͤber ſich. Es erfolgete aber auf den ſie-benden Tag Mahen eine abſchlaͤgige Antwort:Es waͤre fuͤr die Eidsgenoſſen nicht rathſammit einem geringen Hauffen in ſo entlegeneLande zu ziehen, deßwegen Ihre Majeſtaͤt ſiewolle fuͤr entſchuldiget halten, und von ihrerSeiten fuͤr dieſes mahl ſich keiner Huͤlffe ver-troͤten. Die Urſach dieſer abſchlaͤgigen Ant-wort war theils, daß der Frantzoͤſſche Ge-ſandte von VBoisrigault den Kaiſer und ſeinenBruder verdaͤchtig machte, als ob dieſe Huͤlffenicht wider den Tuͤrcken, ſondern wider denKoͤnig in Franckreich angeſehen; theils weil esdie Eidsgenoſſen beduncken wolte, das Haußvon Oeſterreich ſey bereits nur allzumaͤchtig;theils weil ſie befoͤrchtet, man moͤchte ſie ausVorwand dergleichen Tuͤrcken⸗Huͤlffe nach undnach den Reichs⸗ Pflichten, wormit die Staͤn-de des Reichs behafftet, unterziehen wollen.Es haben aber die Chriſten mit allen ihren groſ-ſen Zuruͤſtungen wider den Groß⸗Tuͤrcken, we-gen der Kriegs⸗Haͤupter Uneinigkeit wenigfruchtbarliches ausgerichtet.Unterdeſſen hatte der alte Papſt Paulusder dritte eine Zuſammenkunfft zwiſchen demLI. Theil. 5 Kaiſer