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Die Religion innerhalb der Grenzen der blossen Vernunft / vorgestellt von Immanuel Kant
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173
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des guten Princips über das böse. 17z

Das ist also die, menschlichen Augen unbe-merkte , aber beständig fortgehende Bearbeitungdes guten Princips, sich im menschlichen Geschlecht,als einem gemeinen Wesen nach Tugcndgesetzen,eine Macht und ein Reich zu errichten, welches

den

sehen Religion angemessen ist, nämlich die einesfreyen Glaubens vertauschen kann. — Die kirch-liche GlaubeuSeinheit mit der Freyheit in Glaubens»fachen zu vereinigen, ist ein Problem, zu dessenAuflösung die Idee der objectiven Einheit der Ver-nunftrcligion durch das moralische Interesse, wel-ches wir an ihr nehmen , continuirlich antreibt,welches aber in einer sichtbaren Kirche zu Stande zubringen, wenn wir hierüber die menschliche Naturbefragen, wenig Hoffnung vorhanden ist. ES isteine Idee der Vernunft, deren Darstellung in einerihr angemessenen Anschauung uns unmöglich ist, dieaber doch als praktisches regulatives Princip objec- rtive Realität hat, um auf diesen Zweck der Einheitder reinen Vcrnunftreligiou gemäß hinzuwirken.

ES geht hiermit, wie mit der politischen Idee einesStaatSrechls, so fern eS zugleich, auf ein allgemei-nes und wachthabendes Völkerrecht bezogenwerden soll. Die Erfahrung spricht uns hierzu alleHoffnung ab. Es scheint ein Hang in das menschli-che Geschlecht (vielleicht absichtlich) gelegt zu seyn,daß ein jeder einzelne Staat, wenn es ihm nachWunsch geht, sich jeden andern zu unterwarfen, und«ine Universalmonarchie zu errichten, strebe; wenner aber eine gewisse Große erreicht hat, sich doch vonselbst in kleinere Staaten zersplittere. So hegt einejede Kirche den stolzen Anspruch eine allgemeine zuwerden; sowie sie sich aber ausgebreitet bar, undherrschend wird, zeigt sich bald ein Princip der Auf-lösung und Trennung in verschiedenen Seele»,