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Die Religion innerhalb der Grenzen der blossen Vernunft / vorgestellt von Immanuel Kant
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des guten Princips über das böse. 199

wohl aber darauf hinzuwirken in sich Pflicht antrifft, soflndct er sich zum Glauben an die Mitwirkung oder Veran-staltung eines moralischen Welthcrrschers hingezogen, wo-durch dieser Zweck allein möglich ist, und nun eröffnet sichvor ihm der Abgrund eines Geheimnisses, von dem, wasGott hiebe» thue, ob ihm überhaupt etwas, und wasihm (Gott) besonders zuzuschreiben sey, indessen, daßder Mensch an jeder Pflicht nichts anders erkennt, alswas er selbst zu thun habe, um icncr ihm unbekanntenwenigstens unbegreiflichen Ergänzung würdig zu seyn.

Diese Idee eines moralischen Welthcrrschers ist eineAufgabe für unsere praktische Vernunft. Es liegt unsnicht sowohl daran, zu wissen, was Gott an sich selbstsey, sondern was er für uns als moralische Wesen sey;wiewohl wir zum Behuf dieser Beziehung die göttlicheNaturbcschaffenheit so denken und annehmen müsse», alses zu diesem Verhältnisse in der ganzen zur Ausführungseines Willens erforderliche» Vollkommenheit nöthig ist,(z. B. als eines unveränderlichen, allwissenden, allmäch-tigen rc. Wesens) und ohne diese Beziehung nichts anihm erkennen können.

Diesem Bedürfnisse der praktischen Vernunft gemäßist nun der allgemeine wahre Rcliaionsglaube der Glaubean Gott 1) als den allmächtigen Schöpfer Himmels undder Erden, d. i. moralisch als heilige» Gesetzgeber,2) an ihn , den Erhalter des menschlichen Geschlechts,als gütigen Regicrcr und moralischen Versorger des-selben, z) an ihn den Verwalter seiner eignen heiligenGesetze, d. i. als gerechten Richter.

Dieser Glaube enthält eigentlich kein Geheimniß;weil er lediglich daS moralische Verhalten Gottes zumR 4 mensch-