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Die Religion innerhalb der Grenzen der blossen Vernunft / vorgestellt von Immanuel Kant
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unter der Herrschaft des guten Princips. 245

sogar eine Maxime ist, dem Mittel einen Werth stattdes Zwecks beyzulegen, da denn vermöge der letzterendieser Wahn unter allen diesen Formen gleich unge.reimt und als verborgene Betrugsneigung verwerf,lich ist.

§. 2.

Das dem Religionswahne entgegengesetztemoralische Princip der Religion.

Ich nehme erstlich folgenden Satz, als einenkeines Beweises benöthigten Grundsatz an: alles,was außerdem guten Lebenswandel, der Menschnoch thun zu können vermeint, um Gott wohl.gefällig zu werden, ist bloßer Reliyionswahnund Nfterdienst Gottes. Ich sage, was derMensch thun zu können glaubt; denn, ob nichtüber alles, was wir thun können, noch in denGeheimnissen der höchsten Weisheit etwas seynmöge, was nur Gott thun kann, um uns zu ihmwohlgefälligen Menschen zu machen, wird hierdurchnichl verneinet. Aber, wenn die Kirche ein solchesGeheimniß etwa als offenbart verkündigen sollte, sowürde doch die Meynung, daß diese Offenbarung,wie sie uns die heilige Geschichte erzählt, zu glau.ben, und sie, (es sey innerlich oder äußerlich), zubekennen, an sich etwas sey, dadurch wir uns Gottwohlgefällig machen, ein gefährlicher Religionswahnseyn. Denn dieses Glauben ist als inneres Bekennt« seines festen Fürwahrhaltcns, so wahrhaftig einThun, das durch Furcht abgezwungen wird, daß einQ; auf.