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Die Religion innerhalb der Grenzen der blossen Vernunft / vorgestellt von Immanuel Kant
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250
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25 a Viertes Stück. Vom Dienst und Afterdienst

etwa auch einen sich über die Grenzen des menschliche»Vermögens erhebenden schwindlichcn Tugendwahn,der wohl mit dem kriechenden Ncligionswahn indie allgemeine Klasse der Selbsttäuschungen gezähltwerden könnte? Nein, die Tuqcndgcsinnung be,schästigt sich mit etwas wirklichem, was für sichselbst Gott wohlgefällig ist, und zum Weltbesten zu-sammenstimmt. Zwar kann sich dazu ein Wahn desEigendünkels gesellen, der Idee! seiner heiligenPflicht sich für adäquat zu halten; das ist aber nurzufällig. In ihr aber den höchsten Werth zu setzen,ist kein Wahn, wie etwa der in kirchlichen Audachts-Übungen, sondern baarcr zum Weltbesten hinwirken-der Beytrag.

Es ist überdcm ein (wenigstens kirchlicher) Ge-brauch, das, was vermöge des Tugeudprincips vonMenschen gethan werden kann, Natur, was abernur den Mangel alles seines moralischen Vermögenszu ergänzen dient, und weil dessen Zulänglichkcit auch

für

einer Confession, bey der etwas weniger Statutarisches z»glaube,, ist, sich dadurch gleichsam veredelt, und als aufge-klärter fühlen, ob sie gleich noch genug davon übrig behalte»haben, „m ebenmiclt (wie sie doch wirklich thun), vo»ihrer vermeinten Höbe der Reinigkeit auf ihre Mitbrüdcrim Kirchenwahnc mit Verachtung herabsehen zu dürft»'Die Unachc hieven ist, daß sie sich dadurch, so wenig es auchsey, der reinen moralischen Religion doch etwas genähertfinde», ob sie gleich dem Wahne immer noch anhänglichbleiben, sie durch fromme Obscrwanzcn« wobey nur weni-ger passive Vernunft ist, ergänzen zu wollen.