DieSeiden-Wurm
E Schauplatz der Natur.
tung geben muß, daß keine Wüͤrme daranbehaͤngen bleiben. Es gehoͤret dazu eine ar-beitſame und geſchickte Magd, die ſich in-
ſondecheit befleiſſiget, das Futter bey rech-
ter Zeit anzuſchaffen, und alles reinlich zuhalten: Denn es ſchadet dieſen Thierennichts ſo ſehr, als die Naͤſſe und Unſauber-keit. Wenn man ſie vor denen Krankhei-ten bewahren will, welchen ſie unterworfenſind, ſo muß die Waͤrterin vor allen Dingendie Blaͤtter bey trocknen Wetter abbrechen,an einem trocknen Orte aufbehalten, undvon dem Regen ſich niemahlen uͤbereilen laſ-ſen, damit nicht die Blatter wieder getruͤck-net werden, oder die Wuͤrme Hunger lei-den muͤſſen, welches in weniger Zeit groſ-ſen Schaden bringen kan. Denn weil die-ſe Thiere nicht lange leben, ſo wenden ſie dieZeit wohl an, und freſſen bey nahe ohne Auf-hoͤren, ſo lange, biß ſie zum leztenmal dieHaut abſtreiffen, wornach ſie faſt eben ſolange noch leben bleiben, ohne zu freſſen. Hatman irgend keine Maulbeer⸗Blaͤtter beyHanden, ſo kan man ihnen unter deſſen Sa-lat, oder Stech⸗Palmen⸗Blaͤtter geben;Allein ſie finden keinen rechten Geſchmackdaran, und bedienen ſich nur aus Noth da-mit; man ſpuͤhret auch wohl an der Seide,die ſie hernach ſpinnen, daß ſie nicht allemalihr rechtes Futter gehabt: denn die Seidewird ſchlechter als ſonſten. S
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