306 Schauplatz der Natur.
Die haltungs⸗Sachen bey Seite ſetzen, und zuVogel. den Voͤgeln kehren. iGeſetzt, die Kuͤchlein ſind wuͤrklich aus-gekrochen: Was haben die Alten nicht fuͤrviele Sorgen, biß ſie ſelbige in einen Standſetzen, daß ſie ohne ihre Beyhuͤlfe leben koͤn-nen? Sie ſpuͤhren ſodann, was fuͤr eine be-ſchwerliche Sache es um eine Haushaltungſey, ſtatt zweher Maͤuler, ſind achte zu er-naͤhren: Bey ſolchen Umſtaͤnden arbeitendie Grasmuͤcken und Nachtigallen eben ſowohl, als andere Voͤgel, die Muſic bekommtden Abſchied, man nimmt ſich keine Zeitmehr zum Singen, wenigſtens gar ſelten,man hat nunmehro fuͤr nothwendigere Din-ge zu ſorgen, deswegen fliegen die Altenwechſelsweiſe, biß weilen aber beede zugleichaus, damit ſie die Beduͤrfniß herbeyſchaf-fen. Sie ſind vor anbrechendem Tageſchon beſchaͤfftiget, ſie theilen das Gefraͤſſein gleichen Theilen einem Jungen nach demandern aus, niemahlen aber erhaͤlt eineseinen gedoppelten Theil auf einmahl.Die Zaͤrtlichkeit der Alten gegen ihre Jun-gen gehet ſo weit, daß ſie ihre Neigungenganz veraͤndern, weil es die Nothwendigkeitalſo erfordert. Mit dem dloſen Aezen iſtnoch nicht alles ausgemacht; man muß wa-chen, Achtung geben, dem Feind begegnen,
und bey allen Scharmuͤtzeln ſeine eigene
Perſon auf das Spiel ſetzen. Man 555
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