DieBoͤgel.
338 Schauplatz der Natur.
ſtimmig und ſo richtig, daß man ſein eini-ges Inſtrument faſt fuͤr eine voͤllig⸗beſezteMuſic halten ſollte. Gleichermaſſen iſt ezauch mit dem Concert der Voͤgel beſchaf-fen. Wenn man ihnen zugehoͤret, wie ſieden Urheber der Natur in einem vollſtim-migen Tutti geprieſen, und ihrem Ernaͤh-rer ein Lob⸗Lied abgeſungen: ſo iſt es el-ne angenehme Abwechslung, wenn man desAbends die Nachtigall alleine ſchlagen undbiß in die ſpaͤte Nacht fortfahren hoͤret.Man ſollte meynen, daß ſie ihre treflicheGaben ſelber kenne, und daß ſie nicht nuraus eigenem Belleben, ſondern auch aus Ge-faͤlligkeit gegen den Menſchen ihre Stim-me zu der Zeit erhebe, wenn alle übrigeVoͤgel ſchweigen. Wenn alle lebendigeGeſchoͤpfe ſtille ſind, ſo ermuntert ſie ſicham meiſten. Alsdenn fuͤhret ſie ihr Stückdurch alle Tone. Sie faͤllt von dem eruſt-hafftigen ins luſtige„ von einer leichten Me-lodie in die ungewoͤhnlichſte Laͤufe, von dengeſchwindeſten Trillern und Schleiffern inbewegliche und verliebte Seufzer, die ſiewieder unterlaͤſſet, und dafuͤr ihre natuͤrli-che Munterkeit herfuͤr ſuchet. Man iſt oſt
begierig den annehmlichen Muſicum zu ken-
nen, der uns mit ſo groſſer Hoͤflichkeit mor-gends und Abends ein Vergnuͤgen machet:Man ſucht ihn auf, er verbirgt ſich, ſo, wiealle Kuͤnſtler ihre beſondere Einfaͤlle 1900
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