344 Schauplaz der Natur.
Die hinzu, dem Falken mehr Luſt zu dieſer, als zuogel. einer andern, Beiz beyzubringen, alſo, daßmit der Zeit, wenn es Ernſt gilt, er ſeinenFeind mit groſſer Begierde anfaͤlet. Wennman den Vogel erſt drey Wochen oder ei-nen Monath in einem Zimmer oder Gartengeuͤbt hat, ſo verſucht man es auf dem freyemFelde mit ihm, man bindet ihm das Geſchuͤz,oder die Schellen, an die Fange, damit manſeine Bewegungen deſto beſſer bemerkenkan. Man traͤgt ihn auch immerzu gehaubt,das iſt: am Kopfe mit einem Leder bedecket,das uͤber die Augen herunter gehet, und ihmverwehret etwas anders zu ſehen, als wasman ihm weiſen will. So bald die Hundedas Wildpraͤt aufgetrieben, hauet man denFalfen ab, und wirft ihn darauf. Da iſtes ein Vergnuͤgen anzuſehen, wie er nachund nach, gleich ſam Stuffen⸗weiſe, in dieHoͤhe ſteiget, biß man ihn in der mittlernLufft⸗Gegend ganz aus den Augen ver-lieret. Von daraus giebt er auf ſeinenRaub Achtung; ſchieſſet auf einmahl wieder Blitz auf ihn herunter, und bringt ihnſeinem Herrn, der ihn zuruck rufft. Mangiebt ihm allemahl, ſonderlich im Anfange,ſein Jagd⸗Necht, wenn er wieder auf dieHand kommt, das iſt: man üͤberlaͤſſet ihmHien, Herz, Eingeweide und einen Schen-kel des gefangenen Raubs: Dieſe Beloh-nungen und das Liebkoſen des Falkens be-wegen