DieErd-Thiere.
968 Schauplatz der Natur.
Fleiſſe zuzuſchreiben, damit wir ſie aufer-ziehen? Fuͤrwahr nein, und der Herr Che-valier hat recht, daß er ihren natuͤrlichenTrieb fuͤr eine Mildigkeit der GoͤttlichenGuͤte gegen uns anſiehet. 2
Die Graͤfnm Wer dieſes nicht einge-ſtehen wollte, muͤſte blind, oder im hoͤchſten
Grad undankbar ſeyn. Denn alle Thiere,
die man unter die zahmen rechnet, ſind nichtnur ſehr gelehrig/ ſondern lieben uns auch
von Natur, und bleten uns ihre Dienſteſelber an, weil ſie ſich niemahlen von uns
entfernen, da hingegen die andern, welche
nicht zu Erleichterung unſerer Arbeit beſtm-met ſind, ſich begnuͤgen laſſen, daß ſie unsnichts leides thun, ſo lange ſie nicht ſo zuſagen dazu gezwungen werden, und ſich tiefin die Walder und Wuͤſteneyen verkele-
chen, aus lauter Ehrerbietung gegen den
Menſchen, deme ſie die brauchbare Felder
Aberlaſſen. 0Pal. 103. Der Chevalier. Man ſpuͤhret zwae27.
die weiſe Vorſicht GOttes darinnen/ daß
ſie den zahmen Thieren ſittſame Neigun-gen eingefloͤſſet hat: Aber ich moͤchte wiſ-ſen, wie man die Mord⸗ Begierde der wil-den Thiere mit der Guͤte GOttes zuſam-
men reimen kan? Vermeinen Sle, daß ein
Wolf, wenn er das Vieh erwuͤrget, den
Abſichten der unermaͤßlichen Weisheit ge-maͤß handele?—