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Zwoͤlftes Geſpraͤch. 281
ſchafft ſcheuen, nicht haben koͤnnen. Die Dieckrd-wilden Thiere kommen nur des Raubens Thiere.
halber zu uns; die zahmen bleiben nur deß-wegen bey uns, damit ſie uns was mitthei-len. Ihre Geſchencke werden nur aus die-ſer Urſache veraͤchtlich, weil ſie alle Tage da-mit erſcheinen. Man denket alſo kaum da-ran, daß ſie etwas wehrt ſind, und ſchaͤzet ſiegering, weil man ſie ohne Muͤhe erhaͤlt. Un-ſerdeſſen iſt eben dieſes am hoͤchſten an ih-nen zu achten. Eine Freygebigkeit, die nle-mahls unterbrochen wird, und alle Tagevon neuem anfaͤnget, verdienet auch eine im-merwaͤhrende Erkaͤnntlichkeit. Der ge-ringſte Theil unſerer Schuldigkeit fuͤr et-was empfangenes Guts iſt wohl dieſer, daßwir erkennen es ſey uns was Gutes wieder-fahren.
Da wir dieſe Thiere immer vor Augenhaben, ſo bemerke ich alle 11 80 ein neuesKenn⸗ Zeichen der goͤttlichen Verordnungund milden Vorſicht. Betrachte ich eineMutter: ſo nehme ich eine faſt uͤbermaͤſſigeLiebe gegen ihre Jungen wahr; Das Jun-ge verſtehet nichts, und kan nichts; alleindieſem Mangel hilft die Zaͤrtlichkeit derMutter ab, und verſchafft dem Jungen al-les, was es noͤthig hat. Wende ich mei-ne Augen auf das Junge, ſo muß ich vonneuem uͤber ſein unterſchiedenes Wachs-thum erſtaunen. Wenn es noch blind 1
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