Vierzehendes Geſpraͤch. 491
und Gewuͤrme ihre aͤuſſerſte Haͤute von ei⸗ Diener Zeit zur andern abſtreiffen, und in,gem neuen Balge zum Vorſchein kommen; den.
dahingegen die Baͤume alle Jahre ein neuesKleid uͤber die vorigen alten herziehen, dieale zuſammen unter der Rinde, wie untereinem Mantel, ſtecken. Es iſt auch auſſer
Zweifel, daß die innere zarte Haut dieſe-
ulgen neuen Reyhen Faſern, ſo den Baumbon Jahren zu Jahren immer dicker ma-
chen, anſetzet: Denn wenn man die grobe
Rinde, benebſt dieſen innern Haͤutlein, ab-reiſſet, daß das Holz bloß lieget, ſo kan der
Baum an dieſem Orte nicht das geringſte
mehr in die Dicke wachſen; rings um ſol-
hes fähret das Holz und die Rinde in ih-em Wachsthum, wie gewoͤhnlich, fort;
aber an dieſem Orte ſelbſten bleibt eineOefnung, die erſt nach langer 12 durch
1 Überwuchs der naͤchſten Faſern bede-
et wird. 5An denen Baͤumen kan man leicht den
fährlichen Wuchs bemerken. Man darf
nur einen Stamm; oder einen ſtarken Aſt,
horizontal oder Waſſer⸗ recht abſchnei-den, ſo ſiehet man verſchiedene dickere oderdünnere Ringe rings um das Mark, undkoͤnnte man ganz ſicher an dieſen Ringen im
olze abzehlen, wie alt der Baum iſt.Die leztern Reihen ſind allezeit von einerchwaͤchern Materie, ſo man den Spint Der
oder Splint.