DiePflan-zen.
484 Schauplatz der Natur.
Saͤffte zu ihrer Nahrung erhalten koͤnnen,die ihnen noͤthig ſind. Nunmehro wollenwir den Lauf dieſer Saͤffte, ſo weit untſolches moͤglich iſt, unterſuchen, und her-aus zubringen ſuchen, ob der Safft von denMurzeln in die Aeſte, und von den Aeſtenwieder in die Wurzeln ſteige, auch was erfuͤr einen Weg nehme?
Ich ſolte faſt glauben, daß der Nahrungs-Safft weder durch das Mark, noch durchdie Rinde ſteige, indem im Mark keine A-dern zum Durchfluß des Nahrungs⸗Saf-tes, ſondern nur allein Blaͤslein vorhan-den ſind, darinnen ſich der Safft auſſchle-ben kan. Das Mark iſt alſo ein allgemei-nes Vorraths⸗Behaͤltniß des Safftes;aber nicht der Canal, wodurch er zufleeſſet.So wird er auch nicht in den Faſern derRinde herbey gefuͤhret, weil man findet,daß er in Rinden verſchledener Baͤume/ zumExempel, der Kirſchen⸗Baͤume, huͤbſchroth gefaͤrbet iſt, welche Farbe ihm nichtdie Erde gegeben, ſondern aus Vermiſchungder von Blattern und Fruͤchten herunterſteigenden Saͤffte herruͤhret: Foglich kaner mirgend anders, als in den Holz⸗Faſern,ſeinen Lauf aller Orten hin haben. Malfindet auch wuͤrklich in dieſen langen Roͤh-ren den rohen Safft ohne Farbe, und ohhandere Eigenſchafften, ausgenommen, de