DiePflan-
zen.
744 Schauplatz der Natur.
ſich zu Abtheilung des Jahres und der Feld-Arbeit eines ſehr bequemen Mittels, wel-ches jedermann vor Augen hatte, nem-lich der Monds⸗Bruͤche; und weil ſie alſodie Zeit zu ihrer Arbeit allemahl nach dem-ſelbigen beſtimmten, ſo bildete man ſich all-maͤhlig ein, der Mond haͤtte in die Arbelt
ſelber einen Einfluß: folglich ſchrieben ſie
ihm deſto groͤſſere Kraͤfften zu, je naͤher ſel-biger dem vollen Licht kam, und glaubtenalſo, was im zunehmenden Viertel oder imWVollmonde geſaͤet oder gepflanzet wuͤrde,haͤtte mehrere Krafft, was aber im Abneh-men, muͤſte auch ſo ſehwach gerathen, alsder Mond, ihrer Meynung nach, zu ſelbi-ger Zeit iſt. Da man auch oͤffters befun-den, daß die Krebſe und Auſtern gegen denJollmond wohl gefuͤllet und fett geweſen,ſo nahm man dahero Aalaß von ihrer Fet-tigkeit zu Zeit des Vollmondes eine Regeloder ein Sprichwort zu ſchmieden, dawi-der alle unfehlige Erfahrungen nichts gehol-fen. Weil im abnehmenden Monde blß-weilen ſchaͤdliche Winde gewehet, ſo ver-lohr er vollends ales Vertrauen, und halbiß auf heutigen Tag noch deswegen leidenmuͤſſen..Der Graf. Aber was ſagen Sie volden Sternen? Wie hat man glauben koͤn-nen, daß ſie ſo groſſe Gewalt und ſo ſtar-ken Einfluß bey uns haben ſollten, daß 5