312 Schauplaz der Natur.
Der Herrſchafft des Menſchen beſtehet nicht al-Seld⸗ lein darinnen, daß er die Fruͤchte der Er-Bau. de genieſſet; Gott zeiget ihm, er habe
ihn zum Herrn und Koͤnige eingeſetzet, in-
dem er ſeinem Fleiſſe und ſeiner Geſchick-
lichkeit die Ehren⸗volle Sorge uͤberlaͤſſet,nach eignem Sen anzuordnen, zu aͤn-
dern und zu verbeſſern.
Fuͤr heute wollen wir es bey den Vor-bereitungen zum Acker ⸗Bau bewendenlaſſen. Ein andermahl wollen wir dasSaat⸗ Korn in die Erde bringen, undſehen, was hernach weiter mit ihm vorge-he, biß wir es endlich in Brod verwan-
deln.
Der Chevalier. Auf dieſe Weiſe iſtes ſehr unbillig, wenn man ſich uͤber dieſchlechte Beſchaffenheit ſeiner Felder be-ſchwehret, da man doch ſo viele Mittel ſiezu verbeſſern in ſeiner Gewalt hat. DerFleiß wurde ſie in beſſern Stand ſezen.
Der Prior. Ich kan Ihnen, wasdieſes anbetrifft, ein ganz beſonders Exem-pel erzehlen, das ich, etliche Jahre nachein-ander, ſelbſten mit Augen geſehen habe.Ein gewiſſer Bauer beſaſſe zu Felde wei-ter gar nichts, als zwey kleine Aeker, wel-che zur Noth etwas weniges Haber oderHayde⸗Korn trugen. Einſtens flel ihmein, er wolte Welzen darauf bauen. Weiler aber weder Vieh noch Dung hatte, 5
gru