372 Schauplaz der Natur.
Die Wen man den Wein auf die beeden er-Wem ſtern Arten kocht, ſo benimmt man ihm ſein8 fluͤchtiges Weſen groͤſten Theils, daherWein⸗ kommt es, daß er meiſtens wenig Kraͤftenberge. hat. Denn weil dieſes Aufkochen nichtsnatuͤrliches iſt, ſo ran es auch nichts voll-kommenes ſeyn. Dergleichen Weine koͤn-nen nicht leicht duͤnne und fluͤßig werden.Vielleicht ſchicken ſie ſich eben deßwegenbeſſer, als die unſerlgen, fuͤr die heiſſen Laͤn-der/ da das Gebluͤt duͤnner iſt, und viel-mehr einen dicken, als kraͤftigen und geiſti-gen, Safft bedarf. Folglich iſt nicht zuverwundern, daß die Italiaͤner und ande-re mittaͤgige Voͤlker unſere ſtarken Weinegar wenig achten, weil ſie ihrer ſuͤſſen Sy-rupe gewohnt ſind, die ſich zu ihrer Be-ſchaffenheit auch beſſer ſchicken.
Trockene Hingegen bey den Weinen mit dem Erd-
Weine. Geſchmacke herrſchet das fluͤchtige Weſen
und das Salz, vermittelſt einer vollomme-nen Kochung, die ihnen das meiſte Oel be-nommen, und den uͤbrigen Theil davon der-maſſen verduͤnnet und zart gemacht hat,daß das Salz dadurch nicht untergedruͤketoder ungeſchmackt wird, ſondern ſeineWuüͤrkung mit aller Freyheit auf der Zun-ge erweiſet, und gam anmuthig ſpührenſaͤſſet. Dergleichen Weine ſind die Fran-zoͤiſchen, Moſel-⸗Nhein- und viele Unga-riſche Weine. Ihr Gebrauch iſt fuͤr 5nordi-