380 Schauplaz der Natur.
Die beuget. Dieſer ſchlaͤget Wurzel im Kor-Wein⸗ be. Im November ſchneidet man den Ab-9 leger unter dem Korbe ab, nimmt ſolchenWein⸗ ſachte heraus, und verſezt ihn an ein anderberge. Ort, das man beſezen will. Dieſes ſind
die vier Arten den Weinſtock zu vermeh-ren; Nun wollen wir auf das Beſchnei-den kommen.
Beſchnei⸗ Das Beſchneiden muß ſich nach der Be-den. ſchaffenheit des Holzes und der Erde richten. Iſt der Boden gewaltig mager, unddas Holz etwas ſchwach, ſo laͤſſet man nurzwey Augen, oder drey aufs hoͤchſte, an demjungen Holze ſtehen, damit der Safft ſtaͤr-kere Schoͤßlinge treibe, wenn er nur we-nige zu verſorgen hat. Iſt der Bodennahrhafft, und der Stock kraͤftig, ſo laͤſ-ſet man dem jungen Holze drey biß vier Au-gen, um die Krafft des Safftes zu verthei-len, und zu hindern, daß er nicht allzu vieles
neues Holz treibe. 0Zeit zum Die Winzer haben, gleich den Gaͤrt—Beſchnei⸗ nern, ein Vorurtheil, welches aber bey ei-den. nem vielleicht eben ſo wenig gegruͤndet iſt,als bey dem andern, nemlich man muͤſſenur im Fruͤh⸗Jahre beſchneiden. Unter-deſſen folgen ſie dieſer Regul ſelber nicht,denn ſie fangen offt ſchon im Januario anzu beſchneiden, damit die Arbeit ſich nichtallzu ſehr haͤufe, wornach ſie zu rechter Zeitnicht mehr koͤnnten fertig werden; doch ſiemoͤgen