Dreyzehendes Geſpraͤch. 381
moͤgen ſo fleiſſig ſeyn, als ſie wollen, ſo beibt Dieihnen noch ſo viel uͤbrig, daß ſie ziemlich Wein-welt in den April hinein noch daran arbei⸗ 1205ten muͤſſen. Da nun der Safft ſchon ſeit Wein-dem Merzen in Bewegung iſt, ſo ſchwellet berge.er zuerſt, vermoͤg ſeines nakuͤrlichen Laufes,die aͤuſſerſten Augen auf, und dieſe ſindeben diejenigen, die man wegſchneidenmuß. Wenn er hernach die aͤuſſerſtenEnde an ſeinen Safft⸗Roͤhrlein durchden Schnitt geoͤfnet findet, ſo tropft erheraus, biß endlich die Hize den Schnittausdorret und alſo den fernern Verluſt desSafftes hindert. Er wuͤrde aber, wederdurch Austropfen, noch in unnuͤzen Augen,ſich verliehren, wenn man das Beſchnei-den gleich vornaͤhme, wenn die Blaͤtterabfallen. Dieſe Meynung hatte der Hr.de la Quintinie; Man hat ihr oͤfters ge-folget, und allemahl iſt es gut von ſtattengegangen; Jedweder kan eine Probe aneinem Thell ſeines Weinberges vorneh-men, damit er gewiß wiſſe, es erfolge keinUbels daraus, wenn er das Beſchneidenauf den Herbſt verleget, und dadurch Zeitgewinnet, mit der Haͤkerey nach Beliebenund auf gebuͤhrende Weiſe im Fruͤhlingefort zufahren.
Man behacket den Weinberg im Mer-zen, wenn das Beſchneiden vorbey, und ge- Haͤckerey-ſchiehet ſolches auf verſchiedene 1 5
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