42 Schauplatz der Natur
8————
Die reits mit vollkommen gluͤcklichem Erfolge inWieſen unſern duͤrreſten Laͤndern geſchehen iſt/ ich5 will ſagen, in provence, Dauphinè und an-Trifften derwaͤrts. Dieſen guten Erfolg darf mag
nicht der Lands⸗Art zuſchreiben. Dauphinéiſt kein heiſſes Land. Savoyen, worinn die-ſer Baum Wunder gethan hat, iſt noch kaͤl-ter. Es iſt wohl wahr, daß man nichts leicht-ſinniger Weiſe unternehmen ſolle. Aberdas Wagen laufft allezeit gluͤcklich ab, wennman vorſichtig verfaͤhret, und ſich auf ge-ſchehene Proben berufen kan. Deswegen,weil eine Sache was neues in einem Landeiſt, hat man keine Befugniß, ſie auf ewig zuverbannen. Da zu Zeiten Kayſers Jultinia-ni die Griechiſchen Moͤnche Eyer von Sei-den⸗Wuͤrmen aus dem aͤuſſerſten Aſien nachEuropa brachten, ſagte man: Es iſt gar zuweit von hier biß in das Land der Serer,mithin iſt nicht moͤglich daß das Laub unddie Waͤrme in unſern Gegenden ſolte denSeiden⸗Wuͤrmern koͤnnen angenehm fal-len. Unterdeſſen wurden die GriechiſchenInſuln und ganz Welſchland allmaͤhlig da-mit angefuͤlet. Da Heinrich der zweytevornahm, weiſſe Maulbeer„ Baͤume inFranckreich zu pflanzen, und Seiden We-bereyen zu Lyon und Tours anzurichten/ſagte man: Schon ſo lange Zeit ſind dieSeiden⸗Wuͤrme in Europa bekannt. Manhat niemahlen welche in Franckreich 125