Sechs u. zwanzigſtes Geſpraͤche. 463
ſich lieber des Scheide ⸗ Waſſers weil Diees blos die mit dem Golde vermiſchte Me⸗Berg-tallen, das Gold aber ſelbſten nicht, an⸗ Werke.
greifft, ſondern es rein und ganz zurucklaͤſſet.Will man eine Mark Gold ſcheiden, ſo ſe-tzet man es nebſt einigen Marken Silbersin einen Schmelz⸗ Tiegel, welches ein Ge-ſchirr iſt, aus Erde und Kies gebrannt/ inGeſtalt eines umgeſtuͤrzten Kegels oder der-gleichen Pyramide. Wenn beede Metal-len geſchmolzen und wohl durcheinandergeruͤhret worden ſo ſchuͤttet man ſie ingemein Waſſer, worinnen ſie ſich koͤrnen, in
der Groͤſſe als Gerſten oder Erbſen.Dieſe Koͤrner truͤcknet man, und ſetzet ſieabermahlen in einem Schmelz⸗ Tiegel aufdas Feuer, nebſt einem Pfund Scheid-Waſſer auf jedwedes Mark. Den Tie-gel lutiret man auf das genaueſte/ das iſtman kleibet ihn mit Thon oben zu, und inweniger als einer Stunde Zeit loͤſet dasScheide⸗ Waſſer, ſo durch das Feuerkraͤfftiger worden„ alles Silber ganzlichauf maſſen es ſeine kleine Theilgen durch-
dringet und aufhebet, daß es ganz fuͤſſigund dem Anſehen nach in Scheid⸗Waſ-ſer verwandelt ſcheinet. Die Gold⸗Theil-gen trennen ſich vom Silber, und fallenwie ein Kalch auf den Boden des Tie;gels. Dieſen oͤffnet man, gieſſet dasWaſſer ſachte ab/ und ſodann iſt das 1ruͤck-