Band 
Fünfter Theil. Worinnen der Mensch an sich selbst, dessen Beruf und Geschicklichkeit betrachtet wird.
Seite
32
JPEG-Download
 

DieHerr-ſchafftdesMen-

32 Schauplatz der Natür.

ſchlieſſen wir deswegen die Quelle dieſer JGeſchicklichkeit nicht aus. Wenn wir dieWiſſenſchaft eines Menſchen bewundern,welcher ſo viele nuͤtzliche Kunſt⸗Griffe er-findet, ſo ſchlieſſen wir deswegen die Handnicht aus/ welche dieſelben ins Werck rich -tet. Wir wenden, bloß um beſſerer Ord-

nung willen, eine genauere Aufmerckſam-

keit auf eines nach dem andern, ohne ſiedeswegen einander zu entziehen. Wir ver-langen nicht zu trennen, was GOtt ſo ge-nau verbunden hat.

Wenn wir ſehen, daß der Adler raub-begierig/ auch mit Klauen und einem

Schnabel ausgeruͤſtet iſt damit er ſeinen

Raub haſchen und zerfleiſchen kan, ſo ſchlleſ-

ſen wir mit Recht, und ohne die Zergllede-

rung ſeiner inwendigen Theile anzuſtellen,es ſey die Abſicht des Schoͤpfers nicht ge-weſen, daß dieſer Vogel ſich von kleinenKoͤrnern ernaͤhren ſolle/ die ſein Schnabelzu ergreiffen nicht geſchikt iſt; noch vomGraſe, wovor er lauter Ekel hat. Be-trachten wir hingegen die Neigungen eine

Canarien⸗Vogels und einer Taube, be-nebſt ihren ſubtllen Fuͤßen und ſchwachenSchnabel, ſo duͤrffen wir keklich verſicherndie Abſicht des Schoͤpfers ſey nicht gewe-ſen, daß ſie mit Blutvergieſſen und zerreiſ-ſen ſich naͤhren ſolten. Die Abſicht GOt-tes mit dem Schafe und mit dem Löwen.