Band 
Fünfter Theil. Worinnen der Mensch an sich selbst, dessen Beruf und Geschicklichkeit betrachtet wird.
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DieHerr-

chaft

desMenſchen.

72 Schauplatz der Natur.

Doch ich gore hier einige Weltweiſegewaltig dagegen ſchreyen: Iſt es nicht ei-ne Schande, ſagen ſie, daß man eine Herr-ſchafft ſo weit treibet, die voll Ungerechtig-keit iſt, und daß man ſo viel Weſens von el-ner Sache macht, die auf ſehr ungewiſſenGruͤnden beruhet? Dagegen aber die al-ler vortreflichſte Gabe, die der Menſchwuͤrklich beſitzet, nemlich ſeine Vernunfft,auf alle Weiſe gering vorzuſtellen ſuchet?Man verlanget, ſie ſolle bey den Aus ſpruͤ-chen der Erfahrung und der Offenbahrungbleiben, welche man doch ſelbſt vor einStuͤck der gemeinen Erfahrung ausgiebt.Dieſes heiſſet der Vernunfft Feſſel anle-gen. Wle ſolle ſie ſich empor ſchwingen,wenn ſie gefangen liegt? Man erloͤſe ſie vondieſen Ketten; man goͤnne ihr die Frepheit,ſo wird man ſehen, daß ſie zu allem geſchicktiſt: Wie gluͤckſeelig waͤren doch die Men-ſchen, wenn ſie unſerer Meynung folgeten!Wenigſtens wollen wir es doch ſo weitbringen, daß ſie ſich uͤber ihre Unmaͤſſigkeitſchaͤmen ſollen. Ihre angemaſſete Herr-ſchafft hat laͤngſtens eine gewaltige Ein-ſchraͤnkung noͤthig gehabt. Dieſe wollenwir, durch einige weiſe Veranſtaltungen,ſuchen ins Werk zu richten. Doch ver-langen wir keinesweges, daß der Menſchauf einmahl ſich allzugroſſen Zwang an-thun ſolle; Wir verlangen zum enicht