Dritte Unterredung. 83
hangen, ihr Blut nicht zu genieſſen. Zu Diewas Ende geſchahe dieſes? Um den Geiſt Serr-der Rachbegierde und des Hochmuths zu defftbezaͤhmen, der ſeinen Muth an dem Blute zrren-eines uͤberwundenen Feindes mit Luſt ab⸗ ſchen.kuͤhlet: welche verdammte Gewohnheit ſichimmer bey ſolchen Voͤlkern einniſtet, diemit dem Überreſte des menſchlichen Ge-ſchlechtes keine Gemeinſchafft pflegen. Miteinem Worte, es war kein beſſer Mittelvorhanden die Vergieſſung Menſchen⸗Blu-tes zu verhindern, als wenn das Blut derThiere ſelber eine gewiſſe Achtbarkeit er-langte. Da hernach die Abgoͤtterey eineallgemeine Verderbniß auf dem ganzen Erd-boden eingefuͤhret hatte, ſo wurde dieſesVerbot bey dem auserwaͤhlten Volke GOt-tes von neuem wiederhohlet. Ehe die lieb-reichen Lehren des Heylandes das menſch-liche Herz verbeſſerten, drange das Geſetzvor allen auf das Enthalten vom Blut;denn indem daſſelbige nur biß auf die Zei-ten ſeiner Erfuͤllung waͤhren ſollte, ſo ſuch-te es den Menſchen doch wenigſtens bey ei-ner aͤuſſerlichen Verehrung des wahrenGottes zu erhalten, indem es ihm dieSelbſt⸗ Rache, die Grauſamkeit und der-gleichen andere Schandthaten unterſagte.Allein, warum hat das Evangelium,welches die allervollkommenſte Lehre iſt, die-ſes Geſetz abgeſchaffet, wodurch man gleich-F 2 wohl