Dritte Unterredung. 89
dauet der Menſch, ohne zu wiſſen, wie Diekuͤnſtlich ſolches geſchiehet und ohne ſich bn,im geringſten darum zu bekuͤmmern. a feSelbſt die Geſchicklichkeit des allerbeſten men-Anatomicus traͤget dazu nichts bey. Es iſt ſchen.in dieſem Falle eben ſo beſchaffen, wie in
allen uͤbrigen, die Vortreflichkeit derWerkzeuge uͤberhebt den menſchlichenVerſtand in ſo ferne aller Bemuͤhung; Erbeweiſet ſeine Überlegenheit auf eine ande-
re Weiſe; indem er alles in Unterſuchungnimmt, und deſſen Genuß, durch Kochen,
durch allerley Zuſaͤtze und Gewuͤrze, derGeſundheit zutraͤglicher zu machen trach-
tet.
Die Zunge iſt keine Muskel oder DieFleiſchmaus, wohl aber aus vielen Mus⸗Zunge.keln auf eine wuͤndernswuͤrdige Weiſe zu-ſammen geſetzt. So kan in einem Au-genblick, und auf bloſſes Verlangen des-jenigen, der ſie gebrauchen will, ſich ver-laͤngern, verkuͤrzen, zuſpizen, abrunden, indie Breite dehnen, ſpannen, kruͤmmen,drehen; Sie kan entweder im Gaumen,oder an der Spize, oder unten an den Zaͤh-nen einen Schall hervorbringen und vieleandere Bewegungen machen, die in vie-len Stuͤcken die Hurtigkeit der Nachtigallweit uͤbertreffen.
Rings um ſie her, ſonderlich aber an Dieihrer Wurzel, befindet ſich eine groſſe Speichelt85 5 Men⸗ Druͤſen.