Band 
Fünfter Theil. Worinnen der Mensch an sich selbst, dessen Beruf und Geschicklichkeit betrachtet wird.
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DieSerr-ſchafftdesMen-ſchen.

110 Schauplatz der Natur.

lich ſeyn werde. Dieſes iſt die wahreWelt⸗Weisheit.

Eben alſo iſt es auch mit einem jedwe-den natuͤrlichen Coͤrper beſchaffen; Er magzu einem unſerer Sinnen ein Verhaͤltnißhaben, zu welchem er will, ſo beurtheilenwir ihn durch denſelbigen Sinn. DieVernunfft kan ohne dieſen Beyſtand nichtanders, als verwegen, urtheilen; denn auchnachhero, wenn ſie die Nachricht von denSinnen bereits eingezogen hat, iſt ſie nichtim Stande, ſolchen Perſonen einen Begriffdavon beyzubringen, welche entweder die2 dieſer Unterſcheidung noͤthige Gliedmaſ-en nicht haben, oder durch allzuweite Ent-fernung an dem Gebrauche ihrer Sinnenverhindert werden. N

Man koͤnte viele tauſend Beyſpiele voreines anfuͤhren, welche ſaͤmtlich beweiſen,daß die menſchliche Vernunfft mit groſſerGefahr alleine wandelt; und daß ſie hinge-gen ſehr klug, und ihrem Zuſtande gemaͤshandelt, wenn ſie ſich nicht uͤbereilet, ſondernihre Sinnen um Rath fragt, welche, in An-ſehung ihrer, Werkzeuge einer unaufhoͤrli-chen und allgemeinen Offenbahrung ſind.

Unterdeſſen iſt es noͤthig/ daß wir einengefaͤhrlichen Irrthum vermeiden, und dieVernunfft nicht gar in Feſſel ſchmieden.Wenn ſie geſchickt iſt ohne Beyhuͤlfe derSinnen neue Wahrheiten zu entdecken, 0

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